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Freitag, September 25, 2020
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Bar eröffnen – das brauchen Sie für die Gründung einer erfolgreichen Gastronomie

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Die Gastronomie ist eine abwechslungsreiche Branche mit vielfältigen Möglichkeiten für Existenzgründer. Leider unterschätzen jedoch viele Neu-Gastronomen den Aufwand und die Voraussetzungen. Damit Ihre neue Bar eine echte Goldgrube wird und kein Fass ohne Boden, informiert dieser Ratgeber über die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur eigenen Bar.

Weder geschüttelt noch gerührt – der Gastronomie Businessplan muss Hand und Fuß haben

Wie jeder andere Existenzgründer sollten Sie auch als künftiger Barbesitzer zu Beginn einen ausführlichen und professionellen Gastronomie Businessplan aufstellen. Dieser dient nicht nur zur Vorlage bei möglichen Kreditgebern. Auch für Sie selbst ist dieser Plan eine wichtige Grundlage. Er zwingt Sie, sich genaue Gedanken über das Konzept, die Bareinrichtung und die Finanzierung zu machen. Anhand des Gastronomie Businessplans kann später auch der eigene Erfolg überprüft werden.

Was in den Gastronomie Businessplan gehört:

  • Konzept: An welche Zielgruppe richten Sie sich, wie genau ist das Angebot?
  • Konkurrenzsituation: Wie viele andere Bars gibt es am Ort schon und wie wollen Sie sich von diesen abheben?
  • Werbung: Wie wollen Sie auf die neue Bar aufmerksam machen und später Stammkunden halten?
  • Unternehmen: Welche Rechtsform soll das Unternehmen haben – Einzelunternehmen oder Gesellschaft?
  • Räumlichkeiten: Wo soll sich die künftige Bar befinden, wie ist sie erreichbar, gibt es einen Außenbereich, wird ein Raucherraum eingerichtet?
  • Geschäftsrisiken: Wo liegen die größten Risiken und was tun Sie, um diesen entgegenzuwirken?
  • Finanzen: Investitionen und Finanzierung, geplanter Umsatz.

Der Finanzplan des Gastronomievorhabends

Der mit Abstand wichtigste Punkt des Gastronomie Businessplans ist der Finanzplan. In diesem erläutern Sie, wie hoch die Anfangsinvestitionen sind, ab wann Sie künftig Gewinn machen und welche Einnahmen realistisch zu erwarten sind. Der Finanzplan ist auch wichtig, um bei der Bank einen Kredit für die Finanzierung zu bekommen, weil kaum jemand die komplette Summe aus Eigenkapital stemmen kann. Berücksichtigen Sie dabei neben der anfänglichen Investition auch die späteren Fixkosten.

Im VorfeldNach der Bareröffnung
  • Eventuell Kauf eines Lokals
  • Ablöse für Bareinrichtung
  • Neue Ladeneinrichtung, Theke, Spülmaschine und Kühlschränke
  • Renovierungskosten
  • Eventuell Anschaffung eines Dienstfahrzeugs
  • Werbung
  • Wareneinkauf: Erstausstattung der Bar mit allen gängigen Getränken
  • Eigene Lebenshaltungskosten, wenn während der Vorbereitung keiner anderen Arbeit mehr nachgegangen wird
  • Miete/Pacht einschließlich Nebenkosten
  • Gehälter
  • Regelmäßiger Wareneinkauf
  • Werbung
  • Kredittilgung plus Zinsen
  • Versicherungen und Berufsgenossenschaft
  • GEMA-Gebühren für Musik in der Bar
  • Eventuell Pay-TV-Gebühren, falls Sie Sportveranstaltungen zeigen möchten.

Location und Konzept müssen zusammenpassen

Die richtige Location für die Bar ist essenziell für den Erfolg. Sicher werden Sie künftig auch einige Stammkunden haben. Dennoch ist wichtig, dass die Bar möglichst zentral gelegen ist, damit auch Laufkundschaft zu Ihnen kommt. Da Ihre Gäste hauptsächlich alkoholische Getränke konsumieren werden, sollten Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel und möglichst ein Taxistand in der Nähe sein.

Die Mitbewerbersituation vor Ort spielt ebenfalls eine große Rolle bei einer Bareröffnung. In typischen Feiermeilen liegen viele Bars und Kneipen direkt nebeneinander. Achten Sie darauf, dass keiner Ihrer künftigen Konkurrenten ein allzu ähnliches Konzept verfolgt.

Apropos Konzept: Dieses muss ebenfalls zum Standort passen, bzw. umgekehrt. Zumindest in größeren Städten gibt es für verschiedene Zielgruppen unterschiedliche Ausgehviertel. Dazu gehören etwa das Studentenviertel, die Hippie-Meile, Business-Bars und Straßenzüge, in denen betuchtere Gäste, die High-Society und Prominente zu finden sind. Sie müssen sich also genau überlegen, was Sie für wen anbieten möchten. Eine angesagte Bar spricht normalerweise nicht alle Gruppen gleichzeitig an.

Rechtliche Voraussetzungen für eine Bareröffnung

Ob Karaoke-Bar, Szene-Bar oder gemütliche Studentenkneipe – Sie benötigen in jedem Fall vor der Bareröffnung eine Gastgewerbeberechtigung. Sie müssen bei der zuständigen Gewerbebehörde, also dem Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft ein Gewerbe anmelden. Dazu benötigen sie unter anderem einen Befähigungsnachweis. Diesen haben Sie schon, wenn Sie eine Ausbildung im gastronomischen Bereich absolviert haben. Andernfalls können Sie eine entsprechende Prüfung ablegen. Vorbereitungskurse gibt es in den Wirtschaftsförderinstituten der Bundesländer.

Ladenausstattung & Ladeneinrichtung – Qualität vor Sparsamkeit

Die passende Ladeneinrichtung spielen bei der Umsetzung Ihres Konzepts der Bareinrichtung eine große Rolle. Je nach Zielgruppe sind klassisch-elegante Möbel, moderne Designermöbel oder urige Vintage-Möbel passend.


In jedem Fall sollten Sie Wert auf eine gute Qualität und Verarbeitung legen.


Die Barmöbel sehen dann nicht nur besser aus, sie halten auch länger. In einer Bar müssen die Tische, Stühle und Hocker schließlich einiges aushalten.

Sie werden häufig verrückt und nicht von jedem Gast pfleglich behandelt. Minderwertige Bareinrichtung ist das schnell anzusehen. Achten Sie beim Material darauf, dass es pflegeleicht und einfach zu reinigen ist, dann tun Sie sich bei der täglichen Arbeit leichter. Richten Sie einen Außenbereich ein, sollten die Gastronomiemöbel außerdem UV-beständig und wetterfest sein.

Marketing nicht vergessen

Damit Ihre Bar bald zu einem echten Szenetreff wird, müssen Sie ordentlich die Werbetrommel rühren. Marketingmaßnahmen sollten von Anfang an im Gastronomie Businessplan enthalten sein. Neben klassischen Anzeigen und Plakaten sollten Sie auch verstärkt auf Social Media Marketing setzen. Achten sie bei der Wahl der Werbeaktionen darauf, wie Ihre Zielgruppe aussieht. Für eine Studentenkneipe können Sie Flyer an der Uni verteilen. Für eine Business-Bar machen Sie besser in renommierten Zeitungen, Fachzeitschriften oder mit Online-Anzeigen Werbung.

Fazit: Wer nichts wird, wird auch kein Wirt

Die alte Weisheit, nach der die Gastronomie praktisch die letzte Zuflucht für bisher mäßig erfolgreiche Menschen ist, ist längst überholt. Ganz im Gegenteil: Sie ist ein knallhartes Business mit harter Konkurrenz. Wer als Barbesitzer überleben möchte, benötigt eine gute und solide Finanzplanung und kluges Marketing.

Werden Themen wie die Konkurrenzsituation, die Zielgruppe und der geeignete Standort nicht sorgsam überdacht, wird es schwierig, mit einer Bar erfolgreich zu sein. Auch eine zum Konzept passende hochwertige Bareinrichtung spielt eine wichtige Rolle. Sie spiegelt den Stil der Bar wieder und sorgt für ein angenehmes Ambiente.

Philipp Hartmann
Philipp Hartmann
Seine Kenntnisse in den Bereichen Marketing und Vertrieb hat Philipp Hartmann, der an der St. Galler Bussiness School seinen Diplomstudiengang in Marketing und Betriebswirtschaft abgeschlossen hat, vor allem durch die insgesamt über 16 jährige Erfahrung als Marketingleiter und Key Account Manager in der Möbelindustrie und im Ladenbau erworben. Seine Leidenschaft für alle Themen rund um den Retail ist ungebrochen und fasziniert ihn jeden Tag aufs Neue. Für storefitting.com schreibt Philipp Hartmann regelmäßig zu den Themen Ladenbau, Messebau, Retail Marketing und Retail Technology.

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