Sonntag, Mai 9, 2021
Gastronomiebedarf Handelsgastronomie – neue Chancen für den Retail

Handelsgastronomie – neue Chancen für den Retail

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Ob kleiner Shop oder großes Möbelhaus – je länger ein Geschäft die Kunden innerhalb der eigenen Verkaufsräume halten kann, desto höher ist die Chance für Käufe bzw. Zusatzgeschäfte.

► Eine Möglichkeit, dies zu erreichen und damit zeitgleich auch den Umsatz zu erhöhen, ist die Handelsgastronomie im Retail. Das EHI Retail Institute in Köln publizierte zu diesem Thema die Studie „Der Konsument in der Handelsgastronomie 2019“. Demnach lag der Umsatz der Handelsgastronomie im vergangenen Jahr bei rund 10 Milliarden Euro.

Umsatzchancen durch Gastronomie im Handel

Gastronomische Angebote im Handel werden von den Kunden verstärkt wahrgenommen. Der Markt dafür floriert. Olaf Hohmann, Experte für Handelsgastronomie beim EHI, meint dazu, wenn Konsumenten frische, verzehrfertige Speisen im Handel kaufen, geben sie dafür durchschnittlich ca. 22 Euro im Monat aus. Zudem erwerbe jeder zweite Gast einer Handelsgastronomie auch Produkte aus dem restlichen Sortiment.

► Also kann ein passendes gastronomisches Angebot im Handel durchaus die Chancen auf steigende Umsätze erhöhen. Abgesehen von der Schaffung der entsprechenden innerbetrieblichen Infrastruktur, sollte sich dabei jeder Einzelhändler über das zu seinem Geschäftsmodell passende Essensangebot in Menge und Qualität sowie über die begleitenden Werbemittel Gedanken machen.

Wie erfahren die Kunden davon – möglicher Werbemitteleinsatz

So passend oder hochwertig das neue handelsgastronomische Angebot auch sein mag, die Kunden müssen erst davon erfahren. Eine Einordnung der Kundenstruktur in Alterskategorien erleichtert die Festlegung der Werbemaßnahmen.

Rund 65 % der über 40-jährigen Befragten erfuhren von einem zusätzlichen Gastroangebot über Printwerbung. Darunter fielen Flyer, Werbebeilagen, Handzettel sowie Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften. Menschen unter 39 Jahren informierten sich zu rund 38 % über eine Kombination aus Social-Media und anderen Online-Kanälen. Auch der Zufall spielt eine Rolle. So gaben 57 % der Studienteilnehmer an, als Passanten zufällig auf ein zusätzliches gastronomisches Angebot eines Geschäfts gestoßen zu sein.

► Ein wichtiger Faktor, der mit einem Werbeetat schwer zu steuern ist, ist die Mundpropaganda. Dabei gaben ebenfalls 65 % der Studienteilnehmer an, durch die Empfehlung von Familienmitgliedern, Freunden oder Arbeitskollegen auf das gastronomische Angebot aufmerksam gemacht worden zu sein. Diesen Faktor kann man über gute Qualität, ein breites Sortiment und zuvorkommendes Personal mitgestalten.

Wo essen die Kunden am meisten?

Ausgehend von den Ergebnissen des EHI Retail Institute gibt es einen Zusammenhang zwischen der Verkaufsfläche von Geschäften und der Häufigkeit eines gastronomischen Angebots. Kunden in Supermärkten (69 %), Einkaufszentren (68 %) sowie in Möbelhäusern (60 %) nehmen das Gastroangebot häufiger wahr als in kleinen Geschäften.

► Dabei unterscheidet sich die Nutzung der Restaurants auch bei den drei Großen erheblich. Nehmen rund 50 % der Möbelhauskunden ihre Mahlzeit vor Ort ein, liegt diese Zahl bei Supermärkten nur bei 8 %.

Hier haben Supermärkte einen klaren Aufholbedarf. Mit Snack-Ecken oder ein paar Stehtischen ist es dabei nicht getan. Wer die eigene Handelsgastronomie ausbauen möchte, kann zum Beispiel mit einem gemütlichen Gastro-Bereich innerhalb des Ladens beginnen.

ein Viertel der Kunden im Handel mehr als 20 Minuten auf eine Essenspause

EHI-Umfrage, Der Konsument in der Handelsgastronomie 2019

Ladeneinrichtung dafür kann man sich entweder neu kaufen, oder auch gebraucht zulegen. Über ein solches Angebot kann man auch die Verweildauer erhöhen. Laut der EHI-Umfrage verwendet ein Viertel der Kunden im Handel mehr als 20 Minuten auf eine Essenspause. 42 % nehmen sich bis zu 20 Minuten Zeit.

Lediglich 15 % der Gäste verzehren ihr Essen in weniger als 10 Minuten. Über eine gemütliche Atmosphäre sowie gut geschultes Personal kann die Verweildauer durchaus erhöht werden.

Wie zufrieden sind die Kunden mit der Handelsgastronomie?

Gängige Vorurteile, dass das Essen in Möbelhäusern oder Einkaufszentren in großen Portionen, aber in minderer Qualität daherkommt, können durch die Studie nur teilweise widerlegt werden. Lediglich 36 % der Befragten gaben an, dass sie mit der angebotenen Handelsgastronomie in vollem Umfang zufrieden seien.

Einen unangenehmen Lärmpegel bemängelten 30 % der Befragten. Ebenfalls 30 % ärgerten sich über unfreundliche Mitarbeiter und/oder mangelnde Hygienestandards. Die Qualität der Speisen, sowie das Ambiente der Gasträume, mißfiel einem Viertel der Studienteilnehmer. Lärmdämmende Glas- oder Zwischenwände, zufriedene Servicekräfte und mehr Reinigungspersonal können hier leicht Abhilfe verschaffen.

Welche Speisen sind die Favoriten in der Handelsgastronomie?

Bei der Speisenauswahl fokussieren sich die meisten Gäste nicht auf trendige Gerichte, sondern auf sogenannte Küchenklassiker. Zu belegten Brötchen, Sandwiches und Wraps greifen 36 % der Gäste, zu Döner oder Pide 32 % und zur klassischen Currywurst 26 %.

Ein Fünftel der Befragten bevorzugt Hähnchen, Pizza, Pasta, Kuchen oder auch Salate. Das Fokussieren auf diese Gerichte erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Gäste das Angebot nutzen und weiterempfehlen.

► Abseits der Klassiker empfiehlt es sich laut der Vorgängerstudie aus dem Jahre 2018, auch vegetarische sowie vegane Produkte anzubieten. Viele Gäste suchen auch bewusst nach saisonalen und regionalen Gastroangeboten.

Speziell Allergiker und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten halten nach „Frei von“-Produkten Ausschau. Abhängig von der Kunden- und Gästestruktur (finanzielle Mittel, Bildungsschicht) kann auch das Angebot von frischer Hausmannskost sowie biologisch hochwertiger, aber preisintensiver Superfood sinnvoll sein.

Wer detaillierte Angaben zur EHI-Studie „Der Konsument in der Handelsgastronomie 2019“ und jener aus dem Jahr 2018 erfahren möchte, kann sich diese auf der EHI-Webseite kostenlos herunterladen.

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