Das sind die aktuellen Trends im Einzelhandel

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Im Einzelhandel steckt eine Menge kreativer Energie. Dies demonstrieren findige Einzelhändler immer wieder mit ihren aufregenden und neuen Ideen, Kunden anzusprechen. Aus manchen dieser Ideen werden Trends geboren.

Dabei spielt häufig der Mobilitätsgedanke und die Versorgung der Menschen eine Rolle. So gibt es zum Beispiel fahrende Tante-Emma-Läden, und in Rumänien testet man ein System, im Supermarkt mit einem “Lächeln” zu bezahlen.  

Ein Stadion der sportlichen Vielfalt

► Das deutsche Unternehmen Adidas eröffnete seinen Store „Stadium“ in New York. Wie der Name es vermuten lässt, ist der gesamte Laden optisch an ein Sportstadion angelehnt. Was beim Betreten sofort ins Auge sticht, ist die Laufbahn, die den Käufern die Möglichkeit gibt, die Produkte aktiv zu testen. An anderen Stationen im Shop kann man Bälle treten, den Schläger schwingen oder „in die Muckibude“ gehen. 

Ladenbautrends im Retail
adidas Zentrale als Inspiration für den Retail – Bild #1172698978 © STRINGERimage – iStock.com

Das Erlebnis „Adidas und Sport“ wird noch erweitert. Die Umkleidekabinen gleichen den Umkleidekabinen in Stadien, und statt Zuschauerrängen findet man auf den Tribünen Großbildfernseher, gedacht für verbindendes Public-Viewing. Der Einzelhandel-Trend „Nachhaltigkeit“ ist hier auch spürbar. Zum Beispiel wurden alle Kleiderbügel sowie alle verwendeten Schaufensterpuppen aus wiederverwendetem Plastik aus dem Meer hergestellt. 

Multibrand-Auftritte unter einem Dach

Mit Multibrand können Einzelhändler viele unterschiedliche Marken unter zusammenfassenden Designelementen vereinen. Alles wird bei Multibrand-Auftritten als zusammenhängend betrachtet, dennoch kann sich jede Marke und jedes Produkt auch individuell entfalten. Dabei können verschiedene Marken aus demselben Mutterkonzern in dessen Stores einen verbindenden Auftritt hinlegen. 

► Wie ein Multibrand-Auftritt auch anders funktionieren kann, zeigt der New Yorker Multibrand-Store „Showfields“. Hier können sich Unternehmen unter einem ansonsten einheitlichen Brandauftritt für drei Monate einmieten und ihre Waren zeitlich begrenzt präsentieren. 

Autonom fahrende Frischesupermärkte

Nicht nur für ältere oder kranke Menschen, auch für gestresste, die viel arbeiten müssen, erfand Ali Ahmed die Supermarktkette „Stop & Shop“. In Kooperation mit dem Start-up „Robomart“ begründete er damit ein autonomes, voll mobiles sowie rasch lieferndes Lebensmittelnetzwerk. Seit Beginn 2019 können die Menschen in der US-Metropole Boston den mobilen Roboter-Supermarkt einfach zu sich bestellen. Binnen weniger Stunden steht der „Robomart“ mit den bestellten Einkäufen vor der Tür oder an jedem anderen gewünschten Ort. 

► Das Sortiment ist, so wollte es der Unternehmensgründer, speziell auf frisches Obst, Milch sowie Gemüse und andere verderbliche Waren, ausgelegt. Der Clou – die Kunden können die bestellten Lebensmittel begutachten und eine Auswahl treffen. „Stop & Shop“ ist selbst ein Kunde von „Robomart“. Andere Anbieter können diesen Service selbstverständlich auch leasen. 

Personalisierung – zugeschnitten auf den Kunden

Durch die Wahrnehmung des Kunden als Individuum und nicht als bloßen Teil einer kaufkräftigen Masse, verschaffen sich schon heute viele Einzelhändler einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Beispielsweise ermöglicht es der Modehändler „asos“ in seinen stationären Shops, dass die Kunden ihre Einkaufstaschen vor Ort „customizen“ können. 

Während also die Einkäufe für den Kunden zusammengestellt und verpackt werden, kann dieser das Verweilangebot im Shop entspannt nutzen. Dieses Angebot lässt die meisten Menschen ausgeglichener einkaufen. Durch die positive Verknüpfung zwischen den Produkten und dem Einkaufserlebnis wird der Kunde zum einen wiederkommen, zum anderen im besten Fall seinem Umfeld davon berichten – Stichwort Mundpropaganda. 

Lokal kaufen statt global bestellen

► Den Laden um die Ecke sehen viele Verbraucher als selbstverständlich an. Sie gehen davon aus, egal, wie viel sie selbst online bestellen, dass es ihn immer geben wird und man dort immer einkaufen kann. Etwas für die Stärkung der kleinen lokalen Läden machen seit 2016 die Erfinder des Start-ups „Findeling“ Katharina Walter und Florian Schneider.

Das eigene Viertel neu entdecken

www.findeling.de ist eine Plattform, auf der Menschen in ihrem lokalen und regionalen Umfeld Informationen über kleine, inhabergeführte Läden erhalten können. Hier kann man auch Stöbern, zum einen in der Auswahl an Läden, zum anderen im Sortiment der Läden an sich. Das Ziel der beiden Erfinder ist es, dass die Menschen wieder mit Begeisterung in ihrer eigenen Nachbarschaft einkaufen können. So belebt man zwar nicht den globalen Markt, aber das eigene Viertel. 

Schweizerisch entspannt Kaffee und Handyreparatur 

Die wenigsten Menschen freuen sich, wenn ein Produkt einen Defekt aufweist und man dieses zur Reparatur bringen muss. Für diese Personen, ebenso wie für alle anderen Kunden, eröffnete das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom ihr „House of Swisscom“. Dabei griffen sie den Trend auf, neben einer traditionellen Verkaufsberatung im Shop auch eine Innovationszone, eine Cocktail-Bar, Geräte-Test-Stationen und ein kleines Gastro-Angebot mit Kaffee und Snacks zur Verfügung zu stellen.

► Im Gastroraum, gestaltet im Look eines modernen Wohnzimmers, können die Kunden verweilen, während im hauseigenen Repair-Center ihre Geräte wiederhergestellt werden. Ebenso besonders an dem Konzept des „House of Swisscom“ – dort können Besucher Kurse zu technischen Neuheiten im Rahmen der „Swisscom Academy“ besuchen. Kunden finden somit unter einem Dach die Möglichkeiten vor, dort einzukaufen, Reparaturen durchführen zu lassen, zu genießen und sich weiterzubilden. 

Bezahl mit deinem Lächeln

Im Supermarkt per Gesichtserkennung bezahlen

Gesichtserkennung ist eine der modernsten Möglichkeiten, in einem Laden zu bezahlen. Zum Beispiel testet der französische  Lebensmittelhändler Carrefour dort ein System namens „Facial Recognition“ – auf Deutsch Gesichtserkennung. 

► Kunden des „Skanska“ Supermarkts in der rumänischen Hauptstadt Bukarest ist es seit Februar 2019 möglich, mit einem “Lächeln” ihre Einkäufe mittels Gesichtserkennung an jeder Kasse zu bezahlen. Vor der Einführung in Rumänien gab es das System bereits in China. Kritiker bemängeln, dass über das System die Überwachung der Menschen leichter fällt. Befürworter betonen, dass man auch weiterhin mit Karte oder mit Bargeld zahlen kann. 

Mobiler Tante-Emma-Laden

Das Fraunhofer-Institut ist ein Hort innovativer Ideen. Bekannt ist zum Beispiel, dass dort das mp3-Audiokompressionsformat erfunden wurde. Aktuell hat das Institut in Kooperation mit dem Kommunalen Zweckverband Steinwald-Allianz im Bundesland Bayern einen mobilen Tante-Emma-Laden wortwörtlich auf die Straße gebracht. Durch das Sterben der klassischen kleinen ländlichen Läden ist die Versorgung dort von privaten Autos abhängig. Dies kann das System ändern. 

► Ein LKW beladen mit Produkten fährt dann von Dorf zu Dorf. Die potentiellen Kunden können sich über eine App in Echtzeit über den Standort des fahrbaren Ladens informieren. Innovativ an dem Konzept ist auch, dass ein smarter Algorithmus die Bestellungen, Zahlungen und den Warenbedarf koordiniert. Über einen integrierten Bankomaten kann die Bevölkerung sich auch mit Bargeld versorgen. 

Fazit

Ob Multibrand-Auftritte, stadionartige Läden, lokale Ladenstärkung, bezahlen mittels Gesichtserkennung oder mobiler Tante-Emma-Laden, der Einzelhandel gebiert immer wieder spannende und frische Ideen.

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