8.5 C
New York City
Mittwoch, April 1, 2020
Retail Marketing Zwischen Chance und Frustration bei der Digitalisierung im Einzelhandel

Zwischen Chance und Frustration bei der Digitalisierung im Einzelhandel

-

- Advertisment -

Deutsche Konsumgüterunternehmen hinken bei der Umsetzung der Digitalisierung im internationalen Vergleich oft hinterher. Sie tun sich nach wie vor schwer, neue Trends in ihren Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten umzusetzen. Das sind zentrale Ergebnisse der aktuellen Analyse von AlixPartners, der “Global Digital Transformation Study in Consumer Products”. 

Konsumgüterhersteller schöpfen Digitalisierungspotenzial nicht aus

In der Studie befragte das globale Beratungsunternehmen 1.100 Entscheider der Konsumgüterindustrie aus Deutschland, China, Frankreich, Indien, Großbritannien und den USA, die für das Thema Digitalisierung verantwortlich waren oder noch sind. 

Das Marketing unter der Lupe

Ein besonders prägnantes Beispiel: 69% der Entscheider deutscher Konsumgüterunternehmen schätzen digitales Marketing als effektiver als traditionelles Marketing ein. Digitalisierung als universalen Heilsbringer zu sehen, funktioniert jedoch nicht: Lediglich 33% aller entsprechenden Ausgaben dieser Unternehmen im vergangenen Jahr hatten einen messbaren positiven ROI.

Es geht um Umsätze in Millionenhöhe

► Zwei Drittel aller Investitionen, also rund 245 Mio. Euro, gingen verloren. Damit stehen deutsche Konsumgüterunternehmen deutlich schlechter da als der globale Durchschnitt, hier beträgt der positive ROI immerhin 42%. Die Branche schöpft vorhandene Potenziale also noch längst nicht aus. Diese Erkenntnis hinterlässt Spuren: Genau die Hälfte der Befragten bezeichnet den Transformationsprozess als frustrierend. 

Digitalisierung schafft Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette 

Dass die Digitalisierung wegweisende Veränderungen im Unternehmen hervorruft und Prozesse von Grund auf neugestaltet werden müssen, haben die Befragten bereits erkannt: So gehen die Entscheider jeweils zu mehr als 60% von fundamentalen Veränderungen in allen Unternehmensbereichen aus, von Research und Development über Beschaffung bis hin zu Sales und Marketing. Mit 79% stehen IT und Technologie erwartungsgemäß an der Spitze des Rankings. 

“Die Branche hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: “Kunden werden anspruchsvoller, der Markt wird transparenter, und auch die Vertriebskanäle ändern sich” sagt Peter Heckmann, Managing Director und Handelsexperte bei AlixPartners. “Das betrifft die gesamte Industrie und alle Unternehmensbereiche. Wer sich vor der Digitalisierung verschließt, verpasst seine Chance. Um dies zu verhindern, braucht es Vordenker mit Mut zum Risiko, welche die Digitalisierung im Kern des Unternehmens verankern.” 

Deutsche Unternehmen betrachten eigene digitale Performance kritisch 

Noch sind die deutschen Manager skeptisch, was ihre eigene Performance angeht: So glauben 36%, dass das eigene Unternehmen nicht “digital mature” sei, sondern ordnen sich im Entwicklungsstadium ein. Damit äußern sich die Deutschen verglichen mit allen anderen befragten Ländern am verhaltendsten, was das Vertrauen in die eigene Digitalisierung angeht – knapp vor Frankreich, bei denen sich nur 35% als “digital mature” bezeichnen. Nur 18% der Befragten aus Deutschland würden sich als Digital Leader beschreiben. Hier wiederum liegen Unternehmen aus den USA vorne: 34% aller befragten Manager aus diesem Land ordnen ihr Unternehmen in der höchsten Stufe ein. 

Digitalisierungsdruck schafft SCHMERZHAFTES bewusstsein

► “Vielen Entscheidern ist schmerzhaft bewusst, dass sie dem Digitalisierungsdruck derzeit nicht mit adäquaten Strategien begegnen können und noch ein langer Weg vor ihnen liegt. Damit beurteilen sie die eigene Lage selbstkritisch, aber realistisch. Das Problem: Sie wissen nicht, wo sie am besten ansetzen sollen, um das Unternehmen im Sinne der Kundenorientierung zu digitalisieren”, sagt Peter Heckmann.

“Externe Partnerschaften oder die Akquise von Digital Talents können zum Katalysator des Wandels werden und notwendige Impulse in die richtige Richtung geben. Eine weitere zentrale Rolle spielt die Unternehmenskultur, die von Entscheidern so gestaltet werden muss, dass sie den Wandel befördert. Nicht zuletzt deshalb bleibt Digitalisierung immer ein Leadership-Thema.” 

Zentrale Punkte für einen erfolgreichen Transformationsprozess 

64% der befragten Entscheider sehen in der Digitalisierung eine zentrale Chance, das eigene Business positiv zu verändern, aber erkennen weiterhin Stolpersteine auf dem Weg dorthin. So können vor allem eine nicht ausreichende Finanzierung und die Unternehmenskultur dem Wandel im Weg stehen. Auch zu wenig Experimentierfreude und ein Mangel an Digitalexperten stellen Hindernisse dar. Diese Erkenntnis bietet für Entscheider die Möglichkeit, genau die genannten Punkte proaktiv anzupacken. 

Gefahr von Digitalisierungsmüdigkeit und Frustration in der Unternehmenskultur

“Um ‘Digitalisierungsmüdigkeit’ und damit verbundenem Frust entgegenzuwirken, sollten Führungskräfte eine Unternehmenskultur etablieren, welche offene Kommunikation vorantreibt und den Willen, etwas Neues zu wagen, fördert. Risiken müssen bereitwillig von der Chefetage mitgetragen werden”, rät Peter Heckmann. “Das Ziel: Die digitale Transformation muss von allen gelebt werden, die Top-Management-Ebene dafür die Voraussetzungen schaffen und Projekte unterstützen, auch wenn diese einen disruptiven Wandel für das Unternehmen bedeuten.”

Philipp Hartmann
Philipp Hartmann
Seine umfangreichen Kenntnisse in den Bereiche Marketing und Vertrieb hat Philipp Hartmann, der an der St. Galler Bussiness School seinen Diplomstudiengang in Marketing und Betriebswirtschaft abgeschlossen hat, vor allem durch die insgesamt 16 jährige Erfahrung als Marketingleiter und Key Account Manager in der Möbelindustrie und im Ladenbau erworben. Seine Leidenschaft für alle Themen rund um den Retail ist ungebrochen und fasziniert ihn jeden Tag aufs Neue. Für storefitting.com schreibt Philipp Hartmann regelmäßig zu den Themen Ladenbau, Messebau, Retail Marketing und Retail Technology.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Letzte Nachrichten

Corona-Schutz in Kassenzonen

Sofort und flexibel einsetzbare, kostengünstige Lösung gegenTröpfcheninfektion Schnelle und einfach Lösung

Bester Bio-Supermarkt der Schrot&Korn-Leserwahl

Naturkost Kornblume (Lingen) erneut Gesamt-Gold-Gewinner in der Kategorie bester Bio-Supermarkt der Schrot&Korn-Leserwahl. Professionell eingerichtet...

Alltag oder Ausnahme?

EHI-Studie untersucht PR-Krisen im Handel „Die digitalen Möglichkeiten bieten ideale Vorraussetzungen für häufigere...

Mit künstlicher Intelligenz zu mehr realen Umsätzen

► Präzise, schnell und anpassungsfähig – mit diesen Eigenschaften kann Künstliche Intelligenz (KI) sowohl in den Bereichen...
- Advertisement -

INNOVATIVE OBERFLÄCHEN UND FUNKTIONEN AUF DER EUROSHOP

Unter dem Motto „Surface. Function .Interior. Design.“ stellen Mitglieder des Furniture Club auf der EuroShop-Messe vom 16.-20....

Anfassen erwünscht bei ISARIA Digital Signage-Lösung Lift and Learn

Auf der Euroshop 2020 präsentiert ISARIA neue interaktive Lösungen für den POS Das Erlebnis,...

Top Themen

- Advertisement -

Das könnte Sie auch interessierenRELATED
Für Sie empfohlen