Automatisierung lockt Verbraucher in stationäre Geschäfte

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Der Onlinehandel hat dem stationären Handel mit seinen fixen Verkaufsflächen in den letzten Jahren durch flexible „Öffnungszeiten“ und entspanntes Durchblättern des Sortiments auf der heimischen Couch oftmals den Rang abgelaufen. Ein Mittel, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind Automatisierungstechnologien am Verkaufsort, also am Point-of-Sale (POS).

► Zahlen zu dieser Möglichkeit präsentierte nun das Capgemini Research Institut in der Studie „Smart Stores – Rebooting the retail store through in-store automation“. 

Automatisierung in Geschäften wird von der Mehrheit begrüßt

Weltweit stellte das Institut seine Forschungsfragen bezüglich der Automatisierung am POS über 5.000 Verbrauchern und 500 Führungskräften im Einzelhandel. Miteinbezogen wurden Nordamerika, Europa sowie Asien

Gute Erfahrungen mit der Automatisierungstechnologie die oft auch als Digitalisierung am Point-of-Sale bezeichnet wird, wie zum Beispiel dem Smart Mirror machten laut der Studie bereits 59 % der befragten Kunden.

► Immerhin würden diese Menschen ihre Erledigungen und Einkäufe auf die stationären Läden und Geschäfte verlagern, wenn man dort durch Digitalisierung das Einkaufserlebnis in ihren Augen verbessern würde. Bei jungen Konsumenten in der Altersspanne zwischen 22 und 36 Jahren liegt dieser Anteil sogar bei 67 %.

Wechsel zurück vom Online- hin zum Offline-Geschäft

Von jenen Kunden, die heute überwiegend online einkaufen, aber schon positive Erfahrungen mit Automatisierungen in stationären Läden gemacht haben, würden deswegen 46 % einen gewissen Teil der Einkäufe nun offline erledigen.

Automatisierung im Schaufenster
Automatisierung am Point of Sale – Bild #520165955 © Akabei – iStock.com

► Noch bewegt sich laut der Studie dieser Anteil bei rund einem Viertel, aber die Tendenz ist steigend. Für eine solche Verlagerung der Einkaufspriorität können sich vor allem Inder (79 %) und Chinesen (85 %) begeistern. Deutsche Kunden hingegen sind hier eher skeptisch (33 %).

Jene Einzelhändler, die der Studie mit ihren Antworten geholfen haben, sagten aus, dass in Geschäften mit Automatisierungstechnik der Umsatz gegenüber herkömmlichen um 11 % gestiegen sei. Wenn man das Beispiel von Coop Norwegen zurate zieht, erkennt man, welcher Grund hinter der Umsatzsteigerung liegen könnte. Dort wurde mit der App „Coop Key“ eine Möglichkeit geschaffen, dass Kunden außerhalb der Öffnungszeiten den Laden betreten können.

Die App versetzt die Kunden in die Lage, völlig unabhängig vom Personal eigenständig die Einkäufe zu erledigen. Bei einer Reduktion des Personalstandes auf null und einer gleichzeitig längeren Öffnungszeit scheint es für das norwegische Unternehmen zu klappen. 

Nachhaltigkeit als Faktor für die Automatisierung

Laut den Ergebnissen der Studie halten sowohl Einzelhändler wie auch Kunden es für wichtig, dass die Automatisierung Hand in Hand mit einer Verbesserung der Nachhaltigkeit geht. Drei Viertel der befragten Einzelhändler sind der Meinung, dass die Automatisierungstechnik zu umweltfreundlicheren und somit nachhaltigeren In-Store-Lösungen führt. So entsteht der Eindruck, dass die befragten Einzelhändler auf die Wünsche der Kunden nach umweltfreundlichen Konsummöglichkeiten eingehen. 

Unterschiedliche Meinungen bei Kunden und Händlern

► Rund ein Fünftel aller befragten Einzelhändler gab an, in ihren Geschäften die Filialnavigation sowie die Auftragsabwicklung automatisiert zu bewerkstelligen. Die Studienteilnehmer aus dieser Branche gehen davon aus, dass sich dieser Anteil bis ins Jahr 2022 auf 36 % erhöhen wird. So einhellig die Meinungen der Einzelhändler zu diesem Thema sind, so unterschiedlich sind diese häufig mit jenen der Kunden.

Den Ergebnissen des Capgemini Research Instituts zufolge beurteilen viele Einzelhändler die Prioritäten ihrer Kundschaft falsch. Beispiel automatisierte Gesichtserkennung. 59 % der befragten Kunden sagten, sie würden Geschäfte, die mit dieser Technologie arbeiten, rigoros meiden. Auf der anderen Seite sind nur 23 % der weltweit befragten Einzelhändler dieser Ansicht.

Die Diskrepanz hierbei kann also zu einem geschäftsschädigenden Missverständnis führen. Aber auch die Gruppe der Einzelhändler ist in dieser Frage keine homogene Meinungsgemeinschaft. Als strategische Notwendigkeit sehen rund die Hälfte aller Lebensmittel- und Bekleidungshändler einen Automatisierungsprozess innerhalb ihres Ladens. Bei den Elektronikhändlern meinten dies lediglich 21 %. Der Gesamtdurchschnitt liegt bei 40 Prozent.

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