8.5 C
New York City
Mittwoch, April 1, 2020
Retail Technology Digital Signage - Die große Checkliste für Einzelhändler

Digital Signage – Die große Checkliste für Einzelhändler

-

- Advertisment -

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Nicht nur der Retail steht vor großen Veränderungen und damit auch neuen Chancen und Herausforderungen gegenüber. Eines der aktuellen Themen ist die Technologie Digital Signage deren Vor- und Nachteile wir Ihnen in diesem Bericht erläutern möchten.

Was bedeutet eigentlich Digital Signage?

Hinter dem etwas sperrigen Begriff “Digital Signage” verbirgt sich eine relativ einfache Idee. Es geht im Wesentlichen um die individuelle, zentral gesteuerte Kommunikation über digitale Geräte wie Bildschirme, Displays, und Touchpads in jeglicher Form und Größe. Oft werden auch Zusammenschlüsse von mehreren Screens zu Multi-Displays oder Videowänden genutzt und zentral über diese Technologie gesteuert.

Ab wie vielen Geräten macht Digital Signage Sinn?

Die Nutzung von Digital Signage kann bereits bei einem einfachen Display beginnen und relativ unkompliziert nach oben hin skaliert werden. Ob Sie zum Schluss die Inhalte für 10, 50 oder 100 Geräte steuern, ist dann weniger eine Frage der Technik als der administrativen Verwaltung. Auch spielt es dabei keine große Rolle, ob die Ausgabegeräte in derselben Stadt oder sogar im selben Land stehen. 

Welche Vorteile bringt Digital Signage?

Digital Signage Vorteile für Ihr Geschäft
Digital Signage Vorteile – Bild #1154387326 © Ekkasit919 – iStock.com

Der große Vorteil von Digital Signage ist die relativ einfache Verwaltung von unterschiedlichen Inhalten an diversen Standorten.

Wer sich auf Digital Signage einlässt, der muss keine USB-Sticks mehr um die halbe Welt schicken, um sich dann vom Storemanager in Finnland anzuhören, dass genaue dieser nicht funktionieren soll und auch der gute alte Trick “Stecken Sie doch mal den Stecker in die Steckdose. Oder fahren Sie das Gerät neu hoch” nicht mehr hilft. Die Realität war in diesen Fällen meist ein schwarzer Screen am POS.  

Sie profitieren also von der individuellen Steuerung diverser Inhalte. Konkret können Sie so Ihre Zielgruppen vormittags mit anderen Werbebotschaften ansprechen als am Nachmittag und diese so noch zielgenauer erreichen. Angebote können dadurch perfekt an die jeweilige Zielgruppe adressiert werden und der Zeitraum dafür minutengenau eingestellt werden. 

Welchen Content kann ich für Digital Signage verwenden?

Prinzipiell können die meisten Anbieter die gängigen Bild und Videodateien verarbeiten. Sie können also mit ein bisschen Knowhow meist schon selbst mit wenig Aufwand eigene Inhalte wie Slideshows oder Textnachrichten erstellen und so Ihr eigenes Programm vorbereiten. Je nach Anspruch der Zielgruppe und Ihren eigenen Möglichkeiten kann es sich jedoch lohnen, für den Content eine externe Leistung in Anspruch zu nehmen. Oft werden diese auch von Dienstleistern angeboten, die Ihnen die Hardware und die Software für Digital Signage zur Verfügung stellen.   

Wo macht Digital Signage eigentlich Sinn?

Die Technik ist vielseitig einsetzbar. Im Retail und stationären Einzelhandel wird sie meist verkaufsfördernd für Aktionen oder Sonderangebote im Store genutzt. Die Hardware wird hierbei gerne über freistehende Video-Stelen oder an Decke und Wänden montierte Screens genutzt. In größeren Möbelhäusern, die auch ein Restaurant anbieten, sehen? auch oft besondere Angebote für Frühstück, Mittagessen oder den beliebten Kaffee mit Kuchen. 

Marken setzten die Technik gerne zur Emotionalisierung ein. Meist gibt es aufwendig produzierte Videos oder Fotoshootings die ,passend zur Warengruppe, gezielt auf den unterschiedlichen Screens, abgespielt werden können. Spannend ist Digital Signage auch im Schaufenster. Das sogenannte digitale Window-Marketing erzeugt eine hohe Aufmerksamkeit und kann personenneutral binnen Sekunden gewechselt werden.   

Im Foodbereich hat besonders die Systemgastronomie Ihre Sichtwahl auf Digital Signage umgestellt. So kann der Kunde beim Bestellen an der Theke die Speisen und Getränke teils anregend animiert auf einen Blick erfassen und auch zu zusätzlichen Bestellungen “verführt” werden.  

Beliebt ist Digital Signage auch auf Messen oder bei Promotionveranstaltungen.

Die Inhalte können sehr einfach auf das jeweilige Produkt, die Zielgruppe und die Region angepasst werden. Eine teils aufwendige und zeitintensive Produktion von Displays, Roll-Up´s und Bannern kann dadurch vermieden werden. Auch gibt es keinen direkten Verschleiß, da die digitalen Inhalte in der Regel nicht ausbleichen, verknicken oder verkratzen können.  

Wo bekomme ich Digital Signage Lösungen her?

Für diesen Service hat sich bereits eine Vielzahl an Spezialisten hervorgetan. Wichtig ist, bei der Entscheidung einen Dienstleister zu finden, der Ihre Anforderungen genau versteht und diese für Ihre Zielgruppe richtig umsetzen kann. Lassen Sie sich daher auf jeden Fall passende Referenzen zeigen und achten Sie dabei auch auf die Aktualität.

Es bleibt Ihre Entscheidung, ob Sie sich für einen Dienstleister in Ihrer Nähe oder in etwas größerer Entfernung entscheiden. Da der Support in den meisten Fällen sowieso per Fernzugriff erfolgt, ist es nicht zwingend notwendig sich bei der Auswahl regional zu Beschränken.

Hilfreich ist dies meist nur, wenn der Partner auch den gesamten Content für Sie erstellt und dadurch ein regelmäßiger, persönlicher Austausch notwendig wird.  

Welche Software ist für mich die Richtige?

Mittlerweile ist die Auswahl der richtigen Software durch das große und oft nicht besonders transparente Angebot nicht einfach. Generell sollten Sie sich vor der Entscheidung ein paar wichtige Grundsatzfragen stellen.  

1. Die Laufzeit

Fragen Sie nach, wie lange die Software bereits im Einsatz ist, wann diese das letzte Mal überarbeitet wurde – letztes Software-Update – und auf welcher Datenbanktechnologie die Programmierung basiert. Prüfen Sie auch, wenn möglich, wo die Entwicklung der Software stattfindet. Wenn diese “inhouse” erstellt wird, haben Sie größere Chancen auf individuelle Anpassungen

2. Schnittstellen-Kompatibilität

Die Technik sollte Ihnen im besten Fall das Leben leichter machen. In der Regel leistet dies eine gut programmierte Schnittstelle. Falls Sie bereits generierte Inhalte per Digital Signage auf diverse Screens übertragen möchten, prüfen Sie daher unbedingt, ob es zu der unterschiedlichen Software bereits Schnittstellen gibt, die diese Übertragung automatisieren.

3. Einfache Bedienung

Sie sollten für die spätere Bedienung keinen IT-Spezialisten benötigen. Achten Sie daher bei der Auswahl der Software darauf, dass die Oberfläche möglichst intuitiv gestaltet ist. Auch sollte im Leistungspaket eine ausreichende Schulung beinhaltet sein. Später lohnt es sich, einen eigenen Mitarbeiter als zentralen Ansprechpartner zu definieren, der im Bedarfsfall weitere Kollegen schulen kann.

4. Analyse-Tools

Keine Paralyse durch Analyse? Aber ein bisschen Transparenz sollte schon sein. Prüfen Sie daher die Reporting-Tools der Software und entscheiden Sie für sich, ob diese Ihnen sinnvolle Informationen liefern können, durch die Sie Ihren Verkauf oder Ihre Dienstleistung verbessern können. Besonders, wenn Sie überlegen, Werbeplätze zu verkaufen, benötigen Sie Kennzahlen wie Abspielzeiten, Standortangaben, Wiederholungen und generelle Laufzeiten.

5. Unterstützte Formate

Sie sollten sich bei der Erstellung der Inhalte nicht an den vorgegebenen Formaten der Software orientieren müssen. Prüfen Sie daher vorher genau, welche Bild, Ton und Videoformate durch die Software unterstützt werden und ob Ihre gängigen Formate dabei sind. Auch gibt es Digital Signage Software, die individuell programmierte Touch-Applikationen, URL und RSS-Feeds einbinden kann. 

Welche Hardware ist die Richtige?

Digital Signage
Digital Signage Hardware im Retail- Bild #941237740 © juststock – iStock.com

Hier gilt, nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Überlegen Sie sich gut, welches Format das richtige ist und wo Sie den Screen einsetzen möchten. Dazu gehört auch die passende Montagemöglichkeit der Screens. Wenn diese z.B. in einer Wand verbaut werden sollen.

Planen Sie eine Revisionsklappe oder einen Mechanismus ein, mit dem Sie einfach an die wichtigsten Kabel und Knöpfe kommen. 

Wichtig ist auch die empfohlene Betriebszeit der Geräte. Anders als im privaten Gebrauch sind diese oft auch noch nach Geschäftsschluss und am Wochenende in Betrieb. Ein vermeintlich günstiges Gerät aus dem nächsten Elektrohandel kann sich hier also schnell rächen. Genauso wichtig ist die Entscheidung, was genau Sie mit dem Display erreichen möchten.

Wenn Sie interaktiv mit Ihren Kunden zusammenarbeiten wollen oder live Präsentationen oder Produkterklärungen planen, ist Ein-Touch-Funktion unerlässlich. Testen Sie in diesem Fall unbedingt die Touch-Funktion und entscheiden Sie, ob Sie sich mit der Reaktionszeit des Bildschirms wohlfühlen. 

Für digitale Türschilder, Wegeleitsystem oder auch Outdoor-Lösungen stellen Sie meist völlig unterschiedliche Anforderungen als an Instore-Geräte, Empfangsmonitore oder Infoboards. Wenn möglich, lassen Sie auch die Personen die Geräte vorab testen, die im Tagesgeschäft direkt damit arbeiten sollen. Es empfiehlt sich immer, die beteiligten Personen frühzeitig mit einzubinden und an neue Techniken zu gewöhnen. Die größte Fehlinvestition ist meist dann getätigt, wenn die neuen digitalen Möglichkeiten nicht angenommen werden. 

Fazit

Unwichtig, wie komplex Ihre Hardware-Architektur oder wie aufwendig Ihr Content programmiert ist. Digital Signage ist aktuell eine effektive und sehr direkte Art, Zielgruppen, regional, national oder auch global mit ganz individuellen Informationen und Botschaften besonders wirkungsvoll zu erreichen. Dabei können es aber auch schon die ganz banalen Inhalte sein, die Sie per Digital Signage nutzen können, um so die Ansprache Ihrer Zielgruppe zu steuern und zu optimieren und Ihre Kunden mit dieser relativ einfachen Möglichkeit, digitale Inhalte in Ihren POS einzubinden zu begeistern.  

Vorheriger ArtikelWLAN im Einzelhandel
Nächster ArtikelVOGUE loves Breuninger 2019
Philipp Hartmann
Philipp Hartmann
Seine umfangreichen Kenntnisse in den Bereiche Marketing und Vertrieb hat Philipp Hartmann, der an der St. Galler Bussiness School seinen Diplomstudiengang in Marketing und Betriebswirtschaft abgeschlossen hat, vor allem durch die insgesamt 16 jährige Erfahrung als Marketingleiter und Key Account Manager in der Möbelindustrie und im Ladenbau erworben. Seine Leidenschaft für alle Themen rund um den Retail ist ungebrochen und fasziniert ihn jeden Tag aufs Neue. Für storefitting.com schreibt Philipp Hartmann regelmäßig zu den Themen Ladenbau, Messebau, Retail Marketing und Retail Technology.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Letzte Nachrichten

Corona-Schutz in Kassenzonen

Sofort und flexibel einsetzbare, kostengünstige Lösung gegenTröpfcheninfektion Schnelle und einfach Lösung

Bester Bio-Supermarkt der Schrot&Korn-Leserwahl

Naturkost Kornblume (Lingen) erneut Gesamt-Gold-Gewinner in der Kategorie bester Bio-Supermarkt der Schrot&Korn-Leserwahl. Professionell eingerichtet...

Alltag oder Ausnahme?

EHI-Studie untersucht PR-Krisen im Handel „Die digitalen Möglichkeiten bieten ideale Vorraussetzungen für häufigere...

Mit künstlicher Intelligenz zu mehr realen Umsätzen

► Präzise, schnell und anpassungsfähig – mit diesen Eigenschaften kann Künstliche Intelligenz (KI) sowohl in den Bereichen...
- Advertisement -

INNOVATIVE OBERFLÄCHEN UND FUNKTIONEN AUF DER EUROSHOP

Unter dem Motto „Surface. Function .Interior. Design.“ stellen Mitglieder des Furniture Club auf der EuroShop-Messe vom 16.-20....

Anfassen erwünscht bei ISARIA Digital Signage-Lösung Lift and Learn

Auf der Euroshop 2020 präsentiert ISARIA neue interaktive Lösungen für den POS Das Erlebnis,...

Top Themen

VOGUE loves Breuninger 2019

(OTS) Dedicated to style: Breuninger und VOGUE...
- Advertisement -

Das könnte Sie auch interessierenRELATED
Für Sie empfohlen