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Donnerstag, Oktober 29, 2020
Retail Technology Energieeffizienz und Energiemanagement im Einzelhandel

Energieeffizienz und Energiemanagement im Einzelhandel

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Lediglich jedes siebte Gebäude in Deutschland ist ein Nichtwohngebäude. Diese rund 14 Prozent verbrauchen allerdings 40 Prozent der Gesamtmenge des Stroms. Der meist verbrauchte Strom innerhalb dieser 40 Prozent entfällt auf Bürogebäude, knapp dahinter liegen die Liegenschaften des Einzelhandels. Am meisten Energie benötigt man hierbei für Heizung, Kühlung, Lüften und Beleuchtung. 

► Die Bundesregierung hat für alle Gebäude die Vorgabe herausgegeben, dass diese bis 2050 zu mindestens 80 Prozent  ihren Primärenergiebedarf senken sollen. Dieser wird durch die deutsche Energiesparverordnung definiert – speziell, was die Obergrenze angeht, die ein Gebäude beim Heizenergiebedarf einzuhalten hat. 

Energiemanagement im Einzelhandel

Für Unternehmen im Einzelhandel ist ein durchdachtes Energiemanagement nicht nur eine Frage der Kostensenkung, sondern auch eine des ökologischen Wirtschaftens. Dabei werden gleichermaßen Ressourcenschonung, Klimaschutz und die Bereit- und Sicherstellung der Energie für den Verbraucher mit einbezogen. 

► Erfolgreiches Energiemanagement im Einzelhandel erfordert  einige Voraussetzungen. Dazu gehört die gebäudeinterne Versorgungssicherheit, ohne die eine durchgehende Kühlkette nicht gewährleistet werden kann. Zusätzlich spielen aber auch die Preise für Strom und Wärme eine wichtige Rolle. Speziell, was die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern angeht, bietet das Energiemanagement einen Weg aus dieser Art der Energieerzeugung heraus. 

Energieeffizient im Retail
Energieeffizienz im Retail – Bild #1156783875 © YakubovAlim – iStock.com

Dabei kommt das Energiemanagement auch heute schon bei Produktions- und Logistikimmobilien zum Einsatz. Komplexe Funktionsgebäude wie Einkaufszentren, Kaufhäuser oder auch anspruchsvolle Gewerbegebäude des Einzelhandels sind Einsatzgebiete eines vollwertigen Gebäude-Energiemanagements. 

Die meiste Energie, dies ist das Ergebnis einer Studie der bundeseigenen Deutschen Energie-Agentur GmbH mit Sitz in Berlin, wird im Handel wenig überraschend in den Verkaufsräumen verbraucht. Hier werden rund 90 Prozent der Heiz-, Kühl- oder auch Beleuchtungsenergie benötigt. 

Energieverbrauch im Einzelhandel

Speziell die Retail-Infrastruktur, die in Altbauten ihre Waren und Dienstleistungen anbietet, haben meist mit hohen Energiekosten zu kämpfen. Diesen fehlt es oftmals an einem geeigneten Energiesparkonzept. Grund dafür: große Deckenhöhen, schlecht gedämmte Gebäudehüllen, einfach verglaste Fenster mit schlechten Dämmeigenschaften. 

Stromintensiv ist, speziell im Lebensmittelhandel ist der Einsatz der Kältetechnik. 

Aus der oben erwähnten Studie geht auch hervor, dass sich Einzelhändler, die eine Energieberatung nutzen, eher für das Thema „Energiemanagement im Retail“ sensibilisieren lassen. Diese investieren dann bereitwilliger und einsichtiger in den Bereich Energieeffizienz.

► Im Einzelhandel gibt es jedoch – mit oder ohne Sensibilisierung für das Thema – einige Energiefresser, die schwer zu beseitigen sind. Stromintensiv ist, speziell im Lebensmittelhandel, der Einsatz der Kältetechnik. 

Um den Energieverbrauch in den Griff zu bekommen, fokussiert sich der Einzelhandel daher primär auf Einschränkungen und Einsparungen beim Stromverbrauch. Hilfreich auch: der regelmäßige Blick auf die aktuellen Strompreise – auch bei verschiedenen Anbietern. 

Energiekosten im Einzelhandel

Im Non-Food-Bereich sind die Energiekosten durchschnittlich bei knapp 29 Euro pro Quadratmeter. 

Laut der Studie der Deutschen Energie-Agentur hat der kleinstrukturierte Lebensmitteleinzelhandel mit rund 74 Euro pro Quadratmeter die höchsten Energiekosten. Bei großflächigen Lebensmittel-Filialen liegt der gleiche Wert leicht über 57 Euro. 

In beiden Fällen sind es nachvollziehbar die Stromkosten, die mehr als 90 Prozent der Ausgaben verursachen. Im Non-Food-Bereich sind die Energiekosten bedeutend geringer: durchschnittlich knapp 29 Euro pro Quadratmeter. 

Energieeffizienz im Einzelhandel

Unter Energieeffizienz versteht die Fachliteratur den Prozess, durch den man unnötige Verluste bei der Verwendung, dem Transport sowie der Speicherung von Energie vermeidet. Dafür gibt es nicht DEN einen Ansatz oder DIE eine Strategie. Speziell für den Einzelhandel und dessen heterogene Struktur ist die  Bandbreite verschiedener Strategien groß.

Energieeffizienz auch in Euro messbar

Wie die Deutsche Energie-Agentur zudem durch eine breitgefächerte Befragung herausfand, verfügt die überwiegende Zahl der KMUs im Einzelhandel über kein ausgewiesenes Budget für die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen. 

► Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen über ein solches verfügt, steigt mit dessen Größe. Dass hier durchaus hohe Summen im Spiel sind, zeigt, dass 29 Prozent der befragten Einzelhändler angaben, ihr Budget für solche Maßnahmen läge im Bereich 500.000 bis 10 Millionen Euro pro Jahr. 

Das ist aber durchaus nicht die Obergrenze. Unternehmen mit  Jahreserlösen von 2,5 Milliarden Euro und mehr, bezifferten ihre diesbezüglichen Ausgaben auf 25 bis 50 Millionen Euro jährlich. Die Bereitschaft, weiterhin hohe Summen in die Energieeffizienz zu investieren, sei hoch. 

Energieeffizienz durch Gebäudesanierung

Die Entscheidung für die energetische sanierung im Einzelhandel trifft zu 93% der Eigentümer

Eine neue Dämmung der Wände, effiziente Abluftsysteme, mehrfach verglaste Fenster oder auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach – all dies sind Beispiele für Maßnahmen, wie man durch eine Sanierung die Energieeffizienz eines Gebäudes optimieren kann. 

► Das kostet Geld und führt in vielen Fällen zur Erhöhung der Kaltmiete. Die Studie belegt jedoch, dass mehr als die Hälfte aller Lebensmittelhändler und immerhin noch rund 40 Prozent der Non-Food-Kollegen bereit wären, eine Erhöhung der Kaltmiete hinzunehmen. Unter der Voraussetzung, dass die Energiekosten durch die energetischen Sanierungsmaßnahmen auch nachhaltig gesenkt werden könnten. 

Die letzte Entscheidung, ob und wie ein Gebäude für den Einzelhandel energetisch saniert werden kann und soll, trifft dabei laut Umfrage zu 93 Prozent der Eigentümer. In 4 Prozent der Fälle übernimmt diese Entscheidung die Hausverwaltung. Nur 3 Prozent der Mieter dürfen selbst entscheiden.

Sanierungsmaßnahmen im Einzelhandel

Abschließend sei noch erwähnt, dass das Energiemanagement auch bei der direkten Umsetzung der oben angesprochenen Sanierungsmaßnahmen eine Rolle spielt. Bei vielen KMUs werden die Maßnahmen im Rahmen der Energieeffizienz meist zeitnah durchgeführt. Das Finanzlimit ist klar definiert.

► Größere Unternehmen planen ihre Sanierungsstrategien in der Regel langfristiger. So wird bei einem Marken-Relaunch oder bei der „einfachen“ Überarbeitung der Verkaufsflächen eine Sanierung sozusagen „gleich mit erledigt“. Rund ein Viertel aller befragten Händler gab an, dass sie Energieeffizienzmaßnahmen nach einem festgelegten Sanierungszyklus durchführen. 

Im Fokus: Wartungsintensive Geräte wie Klimaanlagen, Wärmepumpen, Lifte oder auch die Beleuchtung. Hier kommen im kürzeren Zeittakt energiesparende Alternativen zum Einsatz. 

Gebäudetechnik im Einzelhandel

Großflächige Einzelhändler setzen beim Thema Energieeffizienz immer öfter auch auf eine optimierte Gebäudetechnik. Dabei spielt neben der Energieeffizienz auch ein immer höherer Grad an Automatisierung eine entscheidende Rolle. Als Beispiel sei hier ein CO2-Fühler in der Lüftungsanlage genannt, der je nach Sättigungsgrad des Gases im Luftgemisch die Abluft aktiviert. Ähnliche Maßnahmen kommen auch bei der Beleuchtung und im Heizungsbereich in Betracht.

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