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Dienstag, Februar 25, 2020
Retail Technology Retail der Zukunft oder nur blinder Digitalisierungs-Aktionismus?

Retail der Zukunft oder nur blinder Digitalisierungs-Aktionismus?

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Auch wenn sich die Sinnhaftigkeit neue Technologien im Retail nicht immer direkt erschließt und es für den Kunden oft schwer ist, einen direkten Nutzen zu erkennen finden wir immer mehr Hightech-Anwendungen in den Geschäften unserer Innenstädte. 

Wie Apps den Retail bereits jetzt verändern

Dabei spielt die Entwicklung von Apps bereits seit Jahren eine zentrale Rolle im Marketing großer Filialisten und Hersteller. Oft zu Beginn als eher statische Produktinformation installiert, entwickelten sich die “schlauen” Applikationen auf unseren Devices durch ihre servicegetriebenen Funktionen zu hilfreichen Begleitern im Konsum-Dschungel. 

Retail Digitalisierung
Digitalsierung im Einzelhandel – Bild #958638704 © Weedezign – iStock.com

Sport setzt auf Lifestyle bei der Digitalisierung

Performance ist eines der Buzzwords bei den großen Sportartikelherstellern, es geht um Wettbewerb, Leistungssteigerung, Bodyshape, Schweinehund und gutes Aussehen. Die Apps bieten neben Verbinden uns in Laufgruppen, ermöglichen virtuelle Wettbewerbe und stellen uns einen “personal” Coach zur Seite. Natürlich sind auch Bonusprogramme über die diversen Apps nicht mehr wegzudenken. Bei der Marke Adidas wird beispielsweise auch der “Trainingseifer” der Kunden belohnt. 

“wir belohnen unsere konsumenten auch für ihre sportlichen leistungen”

Scott Zalatnik, Senior Vice President Digital bei Adidas

Mit der Verknüpfung unserer Sportapps mit unserem Vorteilsprogramm ‚Creators Club‘ belohnen wir unsere Konsumenten auch für ihre sportlichen Leistungen und schaffen zugleich ein noch persönlicheres und nahtloseres Markenerlebnis so Scott Zalatnik, Senior Vice President Digital bei Adidas.

► Lange waren diese Erfahrungen mit den Marken stets außerhalb des Stores und eher zur Markenbindung und Datenerhebung konzipiert. Über dieses Stadium sind wir jeodch längst hinaus. Augmented Reality und Virtual Reality ermöglichen völlig neue Erfahrungen mit den Produkten und ihrer Nutzung. Praktische Funktionen wie das bargeldlose Bezahlen oder Online Shoppen am Point of Sale  verbinden bereits sehr praktikabel die Kanäle.

die Nike App bietet über Ihr Smart Device noch mehr Erlebnis-Optionen

So bietet die Nike-App neben der Sofort-Bezahlfunktion den Benutzern im Einzelhandel auch an, ganze Looks von Schaufensterpuppen über Nike Scan einzukaufen und Produkte suchen und reservieren zulassen, die sofort in ihrem nächstgelegenen Nike-Store verfügbar sind.

► Hier zeigen sich bereits Teile der Strategie von Nike um ein optimiertes Einkaufserlebnis zu schaffen, indem die Welten von Technologie und physischem Einzelhandel miteinander verbunden werden. „Egal, welche Interaktion im Geschäft Sie bevorzugen, die Funktionen der Nike App bieten Ihnen über Ihr Smart Device noch mehr Erlebnis-Optionen“, so die Marke.

Kommunikation verbessern und Barrieren abbauen

In Shinjuku, Tokio, hat der britische Kosmetikhändler Lush nun eine Erlebnisverkaufsfläche eröffnet, die die Innovationskraft der Marke in puncto Technik mit exklusiven „Produkt Drops“ und neuen Shoppingformen  präsentiert. Kunden können in diesem Laden die Lush Labs-App in Englisch, Koreanisch, Japanisch und vereinfachtem Chinesisch nutzen, um Produktinformationen im Store und über das Schaufenster zu sichten (für Lush bedeutete die Eröffnung eines Ladenlokals an einem globalen Treffpunkt wie Shinjuku, dass die Überwindung von Sprachbarrieren zu einem wesentlichen Designbestandteil wurde).     

Da Technik heute schon fester Bestandteil des physischen Einkaufserlebnisses ist, stellt sich heute – wie A.T.Kearney es ausdrückt – nur noch die Frage wie und nicht mehr ob oder wann: Welche Technologien sollten Einzelhändler einsetzen und wie viel sollten sie in sie investieren?

Ausblick

Mit Spannung erwartet die Branche auch von der EuroShop 2020 Antworten auf die Fragen wie die neuesten Trends, Ideen und Innovationen in der Retail-Technologie aussehen können. Von den insgesamt 2.300 Ausstellern der EuroShop füllen allein 550 internationale Aussteller die Erlebnisdimension „Retail Technology“.

Philipp Hartmann
Philipp Hartmann
Seine umfangreichen Kenntnisse in den Bereiche Marketing und Vertrieb hat Philipp Hartmann, der an der St. Galler Bussiness School seinen Diplomstudiengang in Marketing und Betriebswirtschaft abgeschlossen hat, vor allem durch die insgesamt 16 jährige Erfahrung als Marketingleiter und Key Account Manager in der Möbelindustrie und im Ladenbau erworben. Seine Leidenschaft für alle Themen rund um den Retail ist ungebrochen und fasziniert ihn jeden Tag aufs Neue. Für storefitting.com schreibt Philipp Hartmann regelmäßig zu den Themen Ladenbau, Messebau, Retail Marketing und Retail Technology.

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